Ein Auf und Ab der Gefühle – das Towers-Jahr 2025/26
Die Profis der Veolia Towers beenden die Saison 2025/26 mit 13 Siegen und 21 Niederlagen auf Tabellenplatz 14. Nach 19 wettbewerbsübergreifenden Niederlagen zum Start ist der vorzeitige Ligaverbleib eine Erfolgsgeschichte. Im Nachwuchsbereich überragt der TOP4-Einzug der JBBL. Die Regionalliga-Damen mussten nach starkem Saisonbeginn kurzzeitig sogar noch einmal um den Ligaverbleib bangen – die Finalteilnahme im Hamburg-Pokal sorgt aber auch bei den Tow(H)ers für einen versöhnlichen Abschluss.
Über weite Strecken präsentierte sich das siebte Jahr der Veolia Towers in der easyCredit BBL als ziemlich verflixt. Was mit einer Serie von wettbewerbsübergreifend 19 Niederlagen begann und von zahlreichen Verletzungen begleitet wurde, endete mit einem Sieg aus den letzten sieben Spielen. Und trotzdem, besser noch gerade deshalb, ist der bereits Mitte April, in der Nachholpartie des 13. Spieltages, sichergestellte Ligaverbleib als bemerkenswerte Erfolgsgeschichte zu verstehen.
„Die Niederlagenserie hat viel Kraft gekostet, weil wir jeden Stein umgedreht haben, um wieder aus dem Loch zu kommen. Ich denke, im Nachhinein können wir uns ein bisschen auf die Schulter klopfen, denn jede Nachverpflichtung hat einen absolut großen Anteil daran, dass wir die Klasse gehalten haben. Aber auch das hat natürlich Zeit gebraucht, damit alle in ihre Rollen finden können. Ich glaube, seit der Verpflichtung von Ross hatten wir ein rundes Bild und ab diesem Zeitpunkt konnte man auch sehen, dass wir Stück für Stück besser werden. Als sich das dann eingespielt hatte, haben wir unseren besten Basketball gespielt“, erinnert sich Head Coach Benka Barloschky an den erfolgten Neustart im laufenden Spielbetrieb.
Zwischen Mitte Dezember, genauer dem 99:80-Erfolg gegen Berlin in der Barclays Arena, der letztlich wie ein Befreiungsschlag wirkte, und Anfang April waren die Veolia Towers das fünftstärkste Team in der Basketball Bundesliga. Die Phase, in der die Hamburger mit einer Bilanz von 12 Siegen und sieben Niederlagen von sich Reden machte, war letztlich der entscheidende Eckpfeiler für den knapp zwei Wochen später feststehenden Klassenerhalt.

Als weitere tragende Säule sollte sich das Festhalten an Head Coach Benka Barloschky herausstellen. Während andernorts das Trainerkarussell drehte, um neue Impulse zu setzen, entschieden sich die Verantwortlichen der Veolia Towers dafür, auf Kontinuität an der Seitenlinie zu setzen – und stattdessen an anderer Stelle personell nachzubessern. Vier Spieler mussten das Team vorzeitig verlassen, vier neue kamen hinzu.
„Grundlegend sind Verpflichtungen im Laufe einer Saison vergleichsweise einfacher als im Sommer. Während bei der ersten Zusammenstellung des Kaders in der Offseason das Blatt nahezu leer ist, sind die Anforderungsprofile während einer Spielzeit deutlich klarer, sodass viel zielgerichteter verpflichtet werden kann. Was aber nicht heißen soll, dass wir uns darauf verlassen wollen. Wir versuchen natürlich im Sommer die richtigen Entscheidungen zu treffen“, verdeutlicht Marvin Willoughby, Geschäftsführer Sport der Veolia Towers.
Die Neuzugänge gaben dem Team nicht nur ein anderes Gesicht, sondern setzten auch spürbar wichtige – und bis dato fehlende – Impulse. Vor allem aber half ein verbessertes Rollenverständnis dafür, dass sich aus den einzelnen Charakteren eine schlagkräftige Einheit formte. Wie viel Potenzial in diesem Team steckte, konnten die Hamburger nach erfolgter Kurskorrektur auch auf internationaler Ebene unter Beweis stellen. Waren die Veolia Towers zum Start ihrer fünften Teilnahme am BKT EuroCup nur begrenzt konkurrenzfähig, gelangen zum Ende der Gruppenphase gegen Venedig und Wroclaw immerhin zwei Achtungserfolge vor heimischer Kulisse.

Ebenfalls einen absoluten Achtungserfolg verzeichnete die JBBL des Hamburg Towers e.V. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gelang einem Nachwuchsleistungsteam der Einzug in das renommierte Final-Turnier um die Deutsche Meisterschaft. Doch damit nicht genug. In Fiete Meinberg wurde ein Spieler der Mannschaft von Head Coach Leo Aris als wertvollster Spieler (MVP) ausgezeichnet. Der Gewinn der Hamburger Meisterschaft in den Altersklassen U16 und U18 ist für den Verein eine weitere Bestätigung der im Laufe der vergangenen Jahre etablierten Jugendförderung im männlichen Bereich.
„Wir haben über die letzten Jahre viel in den Nachwuchsbereich investiert, haben tolle Kooperationspartner, mit denen wir seit langer Zeit sehr vertrauensvoll zusammenarbeiten. Unsere Jugendspieler profitieren von der sehr engen Verzahnung, da sie so die in unseren Augen besten Möglichkeiten für ihre individuelle Entwicklung vorfinden. Es gibt viele Leute, die sich der Aus- und Weiterbildung von Talenten verschrieben haben, die vielleicht nicht immer in der ersten Reihe stehen, und dafür sorgen, dass die Region Hamburg ein Basketballstandort für Jungen und Mädchen ist“, wertschätzt Marvin Willoughby auch die Arbeit hinter den Kulissen.

Diese gezielte Förderung wird sich ab der kommenden Saison auch auf den weiblichen Nachwuchsbereich erweitern. Erstmals soll eine Mannschaft des Hamburger Towers e.V. in der WNBL an den Start gehen. Mit den Tow(H)ers, den Regionalliga-Damen, verbuchte das Aushängeschild der Frauen- und Mädchensparte mit dem Einzug ins Finale des HBV-Pokals den bislang größten Erfolg. In der 1. Regionalliga Nord genügte eine starke Hinrunde, um den Klassenerhalt zu sichern.
Für mehr als 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in insgesamt 25 Mannschaften im Breitensportbereich stand dagegen das sportliche Abschneiden deutlich weniger im Vordergrund. Bestes Beispiel: Mit der Einführung eines Ü35-Teams bietet der Verein erstmalig auch erwachsenen Einsteigern eine Heimat. Ein kritischer Bereich bleibt jedoch weiterhin die Verfügbarkeit an ausreichend Trainingskapazitäten. Aufgrund fehlender Hallenzeiten stehen weiterhin knapp 400 Kinder auf einer Warteliste.
Auch abseits des Spielfelds haben sich die Towers im vergangenen Sportjahr stark engagiert. Gemeinsam mit Exklusiv Partner Kellogg’s und der Hamburger Tafel wurde die Initiative „Hoops against Hunger“ fortgesetzt – mit erneut über 2.000 gespendeten Cerealienpackungen. Im Rahmen einer DKMS-Typisierungsaktion für den erkrankten Vereinsspieler Dean ließen sich zudem fast 150 Personen als potenzielle Stammzellspender registrieren. Darüber hinaus setzten die Towers ihr soziales Engagement mit der alljährlichen Kleidersammelaktion gemeinsam mit Hanseatic Help sowie der Erfüllung von Weihnachtswünschen im Haus der Jugend Kirchdorf und beim Kinderversorgungsnetz Hamburg fort. Für die zahlreiche und tatkräftige Unterstützung bedankt sich der Verein herzlich bei der gesamten #TowersFamily.
