Basketballspieler in gestreiften Trikots stehen im Kreis und legen sich die Arme auf die Schultern, im Hintergrund Zuschauer auf Tribünen.

Letzter Tanz endet mit Niederlage

Die Veolia Towers verlieren ihr letztes Heimspiel der Saison gegen die Fitness First Würzburg Baskets mit 73:90. Die Hamburger kämpfen sich aufopferungsvoll von einem 24-Punkte-Rückstand zurück. Devon Daniels wird mit 22 Punkten Topscorer.

Benka Barloschky: „Wir haben strukturell gut genug gespielt, um das Spiel auch gewinnen zu können. Am Ende war in diesem Spiel die Trefferquote ausschlaggebend, vor allem von der Dreierlinie. Würzburg hat hochprozentig getroffen, wir nicht. Und das ist dann auch schon die Geschichte. Ich glaube, dass wir Phasen hatten, gerade in der ersten Halbzeit, in denen wir nicht so konsequent gespielt haben, wie wir es eigentlich wollten. Und da haben wir den Vorsprung zu groß werden lassen. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen, in der zweiten Halbzeit nachjustiert. Ich denke, alle haben es gesehen – wir haben uns aufgeopfert, hatten genügend Runs produziert. Aber der letzte Push kam dann nicht. Und dann muss man auch sagen, dass mit Carr, Mintz und Brae Ivey auf der anderen Seite drei Spieler sind, die einfach genug Qualität haben, auch schwierige Würfe zu treffen.“

LJ Thorpe: „Wir haben nicht genug Stopps bekommen und auf der anderen Seite zu wenig Würfe getroffen. Und das ist das, worum es in jedem Spiel geht. Heute hat Würzburg das besser gemacht. In der ersten Halbzeit waren wir nicht konsequent genug, in der zweiten Halbzeit haben wir deutlich angezogen. Letztendlich war es über die gesamte Spielzeit aber zu wenig.“

Benedikt Turudic: „Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Spiel heute. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und an uns geglaubt. Vor ein paar Monaten wurde ich noch gefragt, ob wir uns auf die ProA vorbereiten. Letztendlich waren wir bis drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde noch im Kampf um die Postseason-Plätze. Nach 19 Niederlagen in Folge noch einmal so zurückzukommen und wieder wettbewerbsfähig zu sein, darauf können wir einfach nur stolz sein.“

Als wären die Veolia Towers im Verlauf der Saison nicht schon genug von Verletzungssorgen geplagt gewesen, musste Head Coach Benka Barloschky gegen die Fitness First Würzburg Baskets kurzfristig auf Zacharie Perrin und Osaro Rich verzichten. Beide Leistungsträger fehlten beim Last Dance aufgrund von Knöchelbeschwerden. Vor 3.068 Fans legten die Hamburger dennoch direkt eine flotte Sohle auf das Parkett. Die Gäste aus Unterfranken erwiesen sich, zumindest aus neutraler Sicht, als geeigneter Tanzpartner. Dank eines leichten Tempovorteils kamen die Hanseaten im Vorlauf des ersten Viertels zwar zu mehr Chancen. Es mangelte jedoch an der Verwertung (5/20, 25,0 %). Die Würzburger ihrerseits präsentierten sich deutlich treffsicherer. Und lagen dementsprechend nach zehn Minuten mit 14:22 in Führung.

Ein viertelübergreifender 11:0-Lauf der Baskets brachte die Hanseaten mit Start des zweiten Abschnitts zweistellig in Rückstand. Punkt um Punkt konnte sich das Team der drei Ex-Hamburger Johnathan Stove, Eddy Edigin und Brae Ivey weiter absetzen. Die Veolia Towers versuchten mit aller Kraft, ihren Offensivrhythmus der ersten Minuten wiederzufinden. Es vergingen jedoch über sechs Minuten, in denen lediglich vier weitere Punkte auf der Anzeigetafel aufleuchteten. Die Würzburger dagegen schienen mittlerweile wie im Rausch. Bis auf 24 Punkte wuchs die Hypothek an. Angetrieben von Martin Breunig, LJ Thorpe (beide 7 Punkte) und Devon Daniels, der mit seinem ersten Dreier den 35:48-Halbzeitstand erzielte, konnten die Hamburger allerdings pünktlich zum Gang in die Kabinen wieder spürbar aufschließen.

Dank intensiver Defensivarbeit setzten die Veolia Towers ihre Drangphase nach dem Seitenwechsel unbeirrt fort. Vier Ballgewinne ermöglichten es den Hamburgern, den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich zu drücken. Würzburgs Cheftrainer Sasa Filipovski, der bei der Abstimmung zum Trainer des Jahres auf dem dritten Platz gelandet war, bat zur Auszeit. Und forcierte damit einen Wechsel des Momentums. Während sich Devon Daniels beim Kampf um den Ball eine blutige Nase holte und Niklas Wimberg in der Folge mit einem technischen Foul bedacht wurde, legten die Gäste wieder bis auf 15 Punkte vor. Mit viel Moral kämpften sich die Hanseaten allerdings abermals heran. Erneut traten Niklas Wimberg und Devon Daniels in Erscheinung. Der Rückstand war wieder einstellig, ehe ein Würzburger Buzzerbeater für den 56:68-Viertelstand sorgte.

Dass sich die Würzburg Baskets zu Beginn des Schlussviertels um drei weitere Zähler absetzen konnten, ging aufgrund eines ganz besonderen Momentes etwas unter. In der ersten Auszeit wurden die Fanclub-Urgesteine Harald und Margit, die mit Ende der Spielzeit ihre Trommelstäbe an die nächste Fan-Generation weitergeben werden, für ihren verdienten Einsatz geehrt. Nur wenig später hätte auch Martin Breunig ein Sonderlob für seine Anstrengungen verdient. Stattdessen wurde der Hamburger Big Man jedoch mit einem Foul bedacht – der verständliche Frust darüber resultierte in einem technischen Foul, das zudem ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Spiel mit sich brachte. In den verbleibenden sechseinhalb Minuten des letzten Heimspiels der Saison warfen die Veolia Towers zwar noch einmal alles in die Waagschale. Einmal mehr hatten jedoch die Würzburg Baskets das sicherere Händchen, sodass sich die 73:90-Niederlage nicht mehr verhindern ließ.

Stats: Thorpe (16, 4 Reb.), Maronka (9, 4 Reb.), Müller, Grey (2, 3 Reb.), Breunig (7), Wimberg (5, 9 Reb.), Daniels (22, 4 Reb.), Ogbe (3), Gamble, Williams (4), Turudic (5, 5 Reb.)